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<title>Interregnum (Schach)</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Interregnum (Schach)</span></h1>
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<p>Als <b><a href="Interregnum" title="Interregnum">Interregnum</a></b> (<a href="Latein" title="Latein">lat.</a> „Zwischenregierung“) wird im <a href="Schach" title="Schach">Schach</a> die Periode zwischen dem Tod des amtierenden <a href="Schachweltmeister" title="Schachweltmeister">Schachweltmeisters</a> <a href="Alexander_Alexandrowitsch_Aljechin" title="Alexander Alexandrowitsch Aljechin">Alexander Aljechin</a> am 24. März 1946 und dem Abschluss eines von <a href="Michail_Moissejewitsch_Botwinnik" title="Michail Moissejewitsch Botwinnik">Michail Botwinnik</a> gewonnenen Turniers am 17. Mai 1948 bezeichnet, in der es keinen Schachweltmeister gab.
</p><p>Das Interregnum fiel in die Zeit der Neuordnung der <a href="FIDE" title="FIDE">FIDE</a> nach dem <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a>. Die FIDE wollte laut FIDE-Präsident <a href="Alexander_Rueb" title="Alexander Rueb">Alexander Rueb</a> im Sommer 1946 in Zürich zusammenkommen, um über die Weiterführung des internationalen Schachs und einen möglichen Weltmeisterschaftskampf zwischen Aljechin und Botwinnik zu beraten, welcher der erste Weltmeisterschaftskampf seit der <a href="Schachweltmeisterschaft_1937" title="Schachweltmeisterschaft 1937">Schachweltmeisterschaft 1937</a> gewesen wäre. Am 24. März 1946 verstarb jedoch Aljechin in Portugal. Bei dem inzwischen nach <a href="Winterthur" title="Winterthur">Winterthur</a> verlegten Treffen zeigte die FIDE erstmals seit 1938 wieder ein Lebenszeichen. Durch den Zweiten Weltkrieg finanziell erschüttert, hatten Mitgliedsstaaten zunächst die Zahlung der jährlichen Beiträge eingestellt und auch jetzt noch Probleme, Geld für das Treffen aufzutreiben. Letztlich konnten nur neun Staaten teilnehmen, weshalb Beschlüsse nur bis zum nächsten Kongress ein Jahr später gültig waren. Andere Staaten besaßen keine anerkannte nationale Föderation.
</p><p>Auf dem Kongress wurde ein vierrundiges Weltmeisterschaftsturnier zwischen fünf namentlich genannten und einem ungenannten Spieler in den Niederlanden im Juli 1947 beschlossen. Zwei Qualifikationsturniere in Groningen und Prag sollten den weiteren Kandidaten festlegen. Weitere Weltmeisterschaften sollten dann 1950 und 1953 stattfinden.
</p><p>Zuletzt waren – nach zwischenzeitlicher Beschwerde der Vereinigten Staaten den Qualifikationszeitpunkt betreffend – Michail Botwinnik, <a href="Paul_Keres" title="Paul Keres">Paul Keres</a>, <a href="Wassili_Wassiljewitsch_Smyslow" title="Wassili Wassiljewitsch Smyslow">Wassili Smyslow</a> (jeweils Sowjetunion), <a href="Samuel_Reshevsky" title="Samuel Reshevsky">Samuel Reshevsky</a> und <a href="Isaac_Kashdan" title="Isaac Kashdan">Isaac Kashdan</a> (jeweils Vereinigte Staaten) durch Nominierung sowie <a href="Miguel_Najdorf" title="Miguel Najdorf">Miguel Najdorf</a> (Argentinien) durch den Sieg beim Qualifikationsturnier in Prag als Teilnehmer festgelegt. Die Vereinigten Staaten hatten die beiden Bestplatzierten der US-Meisterschaft ausgesucht. Da <a href="Reuben_Fine" title="Reuben Fine">Reuben Fine</a>, der zuerst von der FIDE vorgeschlagen wurde, keine Zeit für die Teilnahme an der US-Meisterschaft hatte, wurde er durch Isaac Kashdan ersetzt.
</p><p>Durch schachpolitische Uneinigkeiten platzte die Weltmeisterschaft schließlich.
</p><p>1947 schrieb Botwinnik darüber, dass die FIDE in ihrem aktuellen Zustand unfähig sei, eine Weltmeisterschaft auszurichten. Denn sie verfüge weder über die nötige Autorität, noch die finanziellen Mittel. Nach seiner Ansicht sollte ein Weltmeisterschaftsturnier abgehalten werden und der amtierende Weltmeister alle paar Jahre gegen den Gewinner eines Qualifikationsturnieres in einem Zweikampf antreten, wobei der Titel wieder vakant würde, wenn ein Zweikampf nicht zustande käme.
</p><p>Inzwischen waren erneut Keres, Botwinnik, Smyslov, Fine und Reshevsky als Weltmeisterschaftskandidaten im Gespräch, als Miguel Najdorf bekundete, nicht schlechter als die fünf Kandidaten zu spielen.
</p><p>Vom 30. Juli bis zum 2. August 1947 fand in Den Haag das jährliche Treffen der FIDE statt. Es wurde beschlossen, dass der Weltmeisterschaftskampf im März 1948 stattfinden sollte, wobei auch eine zweiwöchige Pause während des Turniers eingeplant war. Als Teilnehmer wurden nun Botwinnik, Smyslow, Keres, Fine, Reshevsky und Euwe vorgesehen.
</p><p>Anfang 1948 sagte Fine seine Teilnahme am Turnier ab, da er an seiner Dissertation in Psychologie arbeitete. Bemühungen, Fine zur Teilnahme zu bewegen, scheiterten.
</p><p>Die <a href="Schachweltmeisterschaft_1948" title="Schachweltmeisterschaft 1948">Schachweltmeisterschaft 1948</a> fand schließlich ab dem 1. März 1948 als Turnier statt, in dem in Den Haag und Moskau insgesamt 20 Runden gespielt wurden, wobei Botwinnik als Weltmeister ermittelt wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Damen">Damen</h2></div>
<p>Bei den <a href="Schachweltmeisterin" title="Schachweltmeisterin">Schachweltmeisterinnen</a> ergab sich ebenfalls eine mehrjährige Periode ohne Titelträgerin, nachdem <a href="Vera_Menchik" title="Vera Menchik">Vera Menchik</a> am 27. Juni 1944 Opfer eines Raketenangriffs der Deutschen auf Kent im Zweiten Weltkrieg wurde, wobei sie gemeinsam mit ihrer Mutter und Schwester <a href="Olga_Menchik" title="Olga Menchik">Olga Rubery</a> getötet wurde.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Titel blieb bis 1950 vakant, als <a href="Ljudmila_Wladimirowna_Rudenko" title="Ljudmila Wladimirowna Rudenko">Ljudmila Rudenko</a> das Rundenturnier um die <a href="Schachweltmeisterschaft_der_Frauen_1949/50" title="Schachweltmeisterschaft der Frauen 1949/50">Schachweltmeisterschaft der Frauen 1949/50</a> gewann. Danach wurde die Weltmeisterin bis 1996 in Zweikämpfen ermittelt, wobei sich die Herausforderinnen in Weltmeisterschaftszyklen qualifizieren mussten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><span class="cite"><a href="Edward_Winter_(Schachhistoriker)" title="Edward Winter (Schachhistoriker)">Edward Winter</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.chesshistory.com/winter/extra/interregnum.html"><i>Interregnum.</i></a> In: <i>chesshistory.com.</i> April 2003<span style="display:none">;</span><span class="Abrufdatum" style="display:none"> abgerufen am 3. Januar 2019</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AInterregnum+%28Schach%29&rft.title=Interregnum&rft.description=Interregnum&rft.identifier=&rft.creator=%5B%5BEdward+Winter+%28Schachhistoriker%29%7CEdward+Winter%5D%5D&rft.date=2003-04&rft.language=en"> </span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.flyingbombsandrockets.com/V1_summary_sw4and9.html"><i>V1 & V2 logs SW4 and 9 Brixton and Clapham</i></a>. Abgerufen am 26. August 2014.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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